Ohne Macht ist alles nichts, heißt es oft. Und trotzdem ist der Verdacht, dass sie immer nur missbraucht wird, ihr ständiger Begleiter. Gerade in Krisenzeiten erweist sich, wie wichtig Macht sein kann. Wenn sich ihre Ausübung etwa mit Geschick und Verstand paart. Ist das nicht der Fall oder herrscht gar ein Machtvakuum, geraten Krisen - seien es Kriege, Pandemien oder Klimawandel - schnell zu Katastrophen.
Krisenzeiten lehren zuweilen aber auch, wie nahe sich Macht und Ohnmacht sind. Die eine kann auf nur tönernen Füßen stehen, die andere eine ungeahnte Kraft entwickeln. Oft liegt beides sogar viel näher beisammen: Dann erweisen sich die Mächtigen als ohnmächtig, und die - scheinbar - Ohnmächtigen als mächtig. Die friedliche Revolution 1989 ist da nur ein Beispiel. Höchste Zeit, einmal die Machtfrage zu stellen
Die diesjährigen Akademietage vom 8. - 17. November 2026 bieten dazu Gelegenheit. Der Bogen der insgesamt elf Veranstaltungen ist breit gespannt: Von Heinrich von Kleist bis hin zur jüdischen Mythologie, von der Bekämpfung menschenverachtender Machtstrukturen in Wirtschaft und Care-Arbeit bis hin zu Strategien, die eigene Ohnmacht hinter sich zu lassen. Opfer von Gewalt und Machtmissbrauch haben es hier oft sehr schwer. Auch das wird in diesem Jahr Thema sein.
Zu den verschiedenen Veranstaltungen laden neben der Evangelischen Akademie der Nordkirche rund ein Dutzend weitere Veranstalter ein. Seit 2011 haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, jeweils ein Thema unter verschiedenen Facetten intensiver zu reflektieren, gerne auch zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern aus dem breiten gesellschaftlichen und kulturellen Spektrum. Sie alle freuen sich auf Ihr Kommen.
